Georgier und ihre Sprache

Die Herkunft der Georgier und ihrer Sprache ist sehr spannend und vieles liegt noch im Dunkeln. Es gibt unterschiedliche Hypothesen und Theorien über dieses Thema. Nach den ausführlichen linguistischen und archäologischen Forschungen wurde festgestellt: die Georgier sind Urbewohner des Kaukasus. Ihre Urheimat war der Raum zwischen dem Kleinen Kaukasus bis Nordmessopotamien, wo sie seit dem 5.-4. Jahrtausend v. Chr. mit den ur-indoeuropäischen und ur-semitischen Sprachsystemen (mit den Völkern der hethithisch-luwischen Gruppe Kleinasiens) in Berührung kamen. Später dehnte sich ihr Lebensraum nördlich und nordwestlich aus. In den alten griechisch-römischen Quellen wurde Westgeorgien als »Kolchis« und Ostgeorgien als »Iberia« bezeichnet.

Wir selbst nennen unser Land »Sakartwelo« d.h. Land der Kartweler. Die georgische Sprache gehört zu den »südkaukasischen«, oder »kartwelischen« Sprachen und unterscheidet sich von den nordkukasischen (weinachisch-dagestanischen) und westkaukasischen (abchasisch-adygeischen Sprachen. Sie ist einzige Literatursprache innerhalb dieser Sprachfamilie.

Unter kartwelischen Sprachen versteht man aus kulturhistorischer Sicht sowohl die eigentliche Georgische, als auch Mengrelisch-Lasische und Swanische, die sich auf der früherer Etappe ihrer Entwicklung von der Urkartwelischen loslösten und die mit dem Georgischen genetisch verwandt sind. Die georgische Sprache ist eine gemeinsame Sprache der Kartwelischen Stämme. Die Sprache vereint alle Kartwelier.

Die vielfältige Landschaft Georgiens prägte unterschiedliche Mentalität ihrer Bewohner, sowie ihre Bräuche, Sitten und Folklore. Also wir sind alle Georgier, aber jeder von uns stammt ursprünglich aus den historischen Provinzen von: Kartli, Kacheti, Imereti, Ratscha, Tuscheti, Chewsureti, Guria, Swaneti, Samegrelo, Mescheti und Adshara.

Das georgische Alphabet ist eines der ältesten Schriftzeichen und gehört zu den 14 weltbekannten Schriften. Es gibt 33 Buchstaben die vollkommen dem Klang der georgischen Sprache angepasst sind. Wir schreiben so, wie wir sprechen. Seit dem 5. Jahrhundert wurden 3 grafische Arten der Schrift geschaffen:
1. Rundschrift, 2. Priesterschrift, 3. Ritterschrift.
Die Phonetik, Morphologie und Syntax der Sprache enthalten Besonderheiten, die es in anderen Sprachen nicht gibt. Erste Schriftbelege stammen aus dem 5. Jahrhundert. Die älteste Inschrift in der georgischen Sprache, die Inschrift von Palästina, entstand in den dreißiger Jahren des 5. Jahrhunderts. Sie ist vom paläographischen Gesichtspunkt so vollkommen ausgeprägt, dass man eine Vorstufe, eine Entwicklungsphase, voraussetzen soll.

Das erste uns erhalten gebliebene georgische Literaturwerk, weist auch auf so einem hohen Niveau der stilistischen und sprachlichen Gestaltung hin, dass es auch auf eine Literatur Tradition deutet.

In der georgischen Sprache wurde eine äußerst reiche Literatur, sowohl Original als auch Übersetzungsliteratur, geschaffen. Diese Literatur umfasst kirchlich-religiöse, philosophisch-theologische, weltliche und historische Literatur. Es sind manchmal Übersetzungen des byzantinischen Schrifttums, deren griechische Originale verlorengegangen sind.