Wander- und Erlebnisreisen

Rhododendren, Pfingstrosen und Orchideen- Botanische Wanderungen in Georgien
(15 Tage)
Georgien der „Balkon Europas“ liegt im Herzen des Kaukasus, der als einer der Hot Spots der Pflanzenvielfalt gilt. Es erstreckt sich vom Schwarzem Meer mit seinem milden mediterranen Klima über kontinental geprägte Steppengebiete im Innern bis hinauf auf Gipfel von gut 5.000 m Höhe mit ewigem Eis. Entsprechend mannigfaltig und endemitenreich ist mit rund 4.000 Arten auch die georgische Flora. Sie bietet eine ganze Reihe Stammarten der Gartenpflanzen und viele Blumen, z.B. verschiedene Arten von Rhododendron, Lilien, Pfingstrosen, Schneeglöckchen, Alpenveilchen, Schwertlilien, Glockenblumen, ja sogar Tulpen. Auch uber 50 Arten Orchideen aus verschiedenen Gattungen kommen vor, darunter die endemische Kaukasische Ragwurz und weitere 8 Arten, die weitgehend auf den Kaukasus beschränkt sind und nur wenig darüber hinausgehen. Mit dem Botaniker Professor Dr. Shetekauri führt uns ein hervorragender Kenner der georgischen Flora. Er kann sowohl Blumenfreunde begeistern, als auch wissenschaftlich weitergehend informieren.
Aber Georgien bietet nicht nur Botanik, sondern auch Zeugen der besonderen und bedeutenden georgischen Kulturgeschichte, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen. So werden wir einige der berühmten Klöster und Kirchen bewundern können.


1. Tag: Ankunft in Tbilissi. Transfer zum Hotel.
Übernachtung in Tbilissi (drei Übernachtungen)
2. Tag: Der Botanische Garten Tiflis ist der größte Botanische Garten im südlichen Kaukasus und war der größte in der ehemaligen Sowjetunion. Er umfasst 128 Hektar. Rund 700 der 3.600 Pflanzenarten(und -sorten) im Garten stammen aus Georgien und dem südlichen Kaukasus. Etwa 60 davon sind selten oder vom Aussterben gefährdete Arten. Die Abteilung der Kaukasusflora beherbergt Kaukasus-Endemiten (nur im Kaukasus natürlich vorkommenden Arten) z.B. prächtige Pfingstrosen wie Wittmanns Pfingstrose (Paeonia dahurica ssp. Wittmanniana) und Kaukasus-Pfingstrose (Paeonia dahurica ssp coriifolia), auch die wunderschöne Schwertlilie (Iris iberica). Nachmittags folgt ein Rundgang durch die reizvolle Altstadt mit den typischen georgischen Balkonen und Veranden.
3. Tag: Ausflug in die Steppenlandschaft von Garedsha. Sie kommen durch eine karge fast baumlose Landschaft, die immer wieder von Salzseen und zumeist sanften Hügeln unterbrochen ist. Hier finden Sie lokale Endemiten wie Garedsha-Salbei (Salvia gareji) sowie Bisamdistel (Jurinea elegans), die Vielfalt der Wildbirnen wie Kaukasische Birne (Pyrus caucasica), Weidenblattrige Birne (P. salicifolia) sowie typische Pflanzen wie eine Verwandte der hierzulande bekannten schmarotzenden Sommerwurz - Orobanche (Diphelypaea coccinea) und Reiher-Federgras (Stipa pulcherrima). Dabei bietet sich auch die Besichtigung des Lavra- und des Udabno-Klosters in Davit-Garedscha an. Für das Udabno-Kloster muss man zunächst einen schmalen Pfad etwa einen Kilometer bergan steigen, bevor sich der Blick über einen Bergrücken nach Aserbaidschan öffnet. Die zum Teil freskengeschmückten Klosterhöhlen liegen in der südlichen Bergflanke. Die Mühe lohnt sich.
4. Tag: Fahrt in den Großen Kaukasus. Unterwegs Besuch der Dshwari-Kirche (6.Jh., UNESCO-Weltkulturerbe) bei der alten Hauptstadt Mzcheta und der Wehrkirche Ananuri am Shinwali-Stausee. Hier sind kontrastreiche Landschaften mit Eichen-, Hainbuchen- und Buchen-Walder (Quercetum - Carpinetum - Fagetum) zu erwarten. Typische Pflanzenvertreter sind hier z.B. Georgische Eiche (Quercus iberica), Hainbuche (Carpinus caucasica), Buche (Fagus orientalis), Tragant (Astragalus cyri) und Breitblattriges Schneeglöckchen (Galanthus latifolius). Ein botanischer Stopp am Kreuzpass in 2.395 m Höhe führt Sie auf blühende hochalpine Bergwiesen an der georgischen Heerstraße. Wir übernachten in Kasbegi, malerisch eingebettet zwischen Drei- und Viertausendern im Terektal, mit Ausblick auf den 5.047 m hohen Kasbeg (drei Übernachtungen)
5. Tag: Wir bleiben einige Tage in der Kasbeg-Region und machen zunächst eine Wanderung in der Umgebung des Devdoraki-Gletschers. Botanische Schwerpunkte sind dabei subalpine Krummholz-Birkenwälder und Hochstaudenflora am Devdoraki-Massiv. Sie werden unter anderem Birken in kaukasischen Arten (Betula litwinowii, B. raddeana) begegnen, dazu Kaukasus-Rhododendron (Rhododendron caucasicum), Georgische Lilie (Lilium georgicum), zwei standorttypische Arten aus der Familie der Korbblütler (Dolichorrhiza renifolia und D. caucasica) und Moosglöckchen (Linnaea borealis).
6. Tag: Tageswanderung im Sno-Tal, über das chewsurische Dorf Dshuta zum Tschauchi-Massiv. Besonderheit sind hier alpine Wiesen mit unmittelbar unterhalb der Schneegrenze wachsenden, extremen Gebirgspflanzen (subnivale Ultra-Oreophyten) wie Pippauartiger Löwenzahn (Taraxacum crepidoforme), die auch bei uns anzutreffende Orchidee Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride), kaukasisches Greiskraut (Senecio caucasigena), Gemswurz (Doronicum oblongifolium), 2 weitere endemische Pflanzen aus den Familien der Kreuzblütler bzw. der Doldengewächse (Pseudovesicaria digitata, Symphyoloma graveolens) sowie Kleine Braunwurz (Scrophularia minima).
7. Tag: Anfahrt nach Kobi. Weiter geht’s zu Fuß ins Trusso-Tal entlang des Terek-Flusses. Mergelschiefer-Landschaften und Travertin-Terrassen (Sinterterrassen) warten hier mit Kaukasus-Silberwurz (Dryas caucasica), Glockenblume (Campanula hypopolia), Helmkraut (Scutellaria oreophila) und Großblütigem Alant (Inula grandiflora) auf. Am späten Nachmittag geht die Fahrt auf der georgischen Heerstraße in südlicher Richtung über den Kreuzpass nach Gudauri.
Übernachtung in Gudauri
8. Tag: Vormittags machen wir eine kleine Erkundungstour rund um den Wintersportort Gudauri (2.196 m u. NN) bei der Sie zahlreiche interessante Pflanzen der alpinen Wiesen kennen lernen können. Am frühen Nachmittag längere Fahrt (rund 260 km) von der Heerstraße im Großen Kaukasus nach Südwesten in den Kleinen Kaukasus. Unterwegs machen wir einen botanischen Stopp bei dem für sein Mineralwasser berühmten Ort Borjomi. Übernachtung im Kurort Bakuriani, Zentrum des Wintersports und sehr guter Ausgangspunkt für sommerliche Wanderungen, gelegen an der Grenze zur subalpinen Zone, in einer Höhe von 1.600 bis 1.800 m u. NN
(drei Übernachtungen)
9. Tag: Primäres Tagesziel sind der felsige Meskheti-Kessel und die Uferlandschaften der Kura mit Pflanzen wie Schwarz-Pappel (Populus nigra), Christdorn (Paliurus spina-christi), Ehrenpreis (Veronica liwanensis), Tragant (Astragalus microcephalus) und Blasenfrucht (Coluteocarpus vesicaria). Wenn wir uns an der Kura nicht zu viel Zeit lassen, bekommen wir heute auch noch einen kleinen Einblick in den Nationalpark Borjomi-Kharagauli. Der so genannte „Romanov-Weg“ führt in die Landschaft der dunklen Nadel-Wälder mit Nordmanns-Tanne (Abies nordmanniana), Kaukasische Fichte (Picea orientalis), Igelköpfiger Distel (Ptilostemon echinocephalus), Gelber Wicke (Vicia crocea), Kaukasus-Pfingstrose (Paeonia caucasica), Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) und Schwarzmeer-Knabenkraut (Dactylorhiza euxina).
10. Tag: Fahrt im Kleinen Kaukasus zum Zchrazkaro-Pass (2.454 m u. NN) und zum Vulkansee Tabazkuri. Auf unseren Wanderungen begegnen wir subalpinem Wald, Hochstaudenflora und alpinen Wiesen mit charakteristischen Gattungen und Arten wie einem hier heimischen Ahorn (Acer trautvetteri), Kochs Pinie (Pinus kochiana), Wald-Engelwurz (Angelica sylvatica), Herkulesstaude bzw. Barenklau (Heracleum wilhelmsii) sowie Silber-Flockenblume (Aetheopappus pulcherrimus). Die Hochebene von Dshavacheti zeigt uns Standorte xerophyter und mesophyter Pflanzen (Pfl. trockener und mittelfeuchter Standorte) wie Türken-Mohn (Papaver orientalis), Helmkraut (Scutellaria sosnowskyi), Riesen-Flockenblume (Grossheimia macrocephala) und eine weitere typische Art aus der Familie der Korbblütler (Chardinia glastifolia).
11. Tag: Wir besuchen auf einer Wanderung einen Botanischen Garten, den so genannten Alpengarten von Bakuriani, mit Pflanzensammlung der unterschiedlichen Teile des Kleinen Kaukasus. Wichtige Pflanzen sind dort z.B. Schwarzwurzel (Scorzhonera ketzkhovelii), Elsbeere (Sorbus torminalis), Kugel-Lauch (Allium globosum), Herkulesstaude bzw. Barenklau (Heracleum colchicum), Lilie (Lilium kesselringianum).
Ca. 160 km Rückfahrt nach Tbilisi.
Übernachtung in Tbilisi
12. Tag: Standortverlagerung um rund 150 km Fahrtstrecke durch die Provinz Kachetien an den östlichen Fuß des Großen Kaukasus. Über das georgische Musterstädtchen Signagi und das Frauenkloster Bodbe, wo die heilige Nino begraben liegt, führt unser Weg Richtung Lagodechi. Wenn genugend Zeit verbleibt, ist auch ein Abstecher zur Besichtigung der erhaben vor der schneebedeckten Bergkulisse auf einem kleinen Hügel in der Ebene thronenden Festung Gremi oder des einige Kilometer hinter Gremi gelegenen Klosters Nekresi möglich, letzteres verbunden mit einer Wanderung durch den Laubwald aus Eichen und Hainbuchen.
Übernachtung in Lagodechi oder in Kvareli
13. Tag: Wanderung im Nationalpark von Lagodechi: Der älteste Nationalpark im Kaukasus ist unter anderem einzigartig, weil er eine urwüchsige Mannigfaltigkeit und unberührte Wälder aus heute bekannteren Gattungen wie Hainbuche (Carpinus caucasica), Buche (Fagus orientalis), Scholz’s Eiche (Quercus pedunculifora) zusammen mit der Flügelnuss (Pterocarya pterocarpa), einem lebenden Relikt, aufweist. Fossile Nachweise aus dem Tertiar zeigen, dass es sich bei der Flügelnuss aus der Familie der Walnussgewächse um eine sehr alte Pflanzengattung handelt. Eine Wanderung zum Wasserfall führt uns zu Schneeglöckchen (Galanthus lagodechianus) und Lagodechi- bzw. Mlokosewitschs Pfingstrosen (Paeonia lagodechiana, P. mlokosewitschii), deren botanischer Name auf die endemischen natürlichen Vorkommen in der Lagodechi-Region hindeuten. Abends Fahrt durch die Weinregion Georgiens nach Telawi, Hauptstadt der Provinz Kachetien.
Übernachtung in Telawi
14. Tag: Rückfahrt in die Hauptstadt über den Gombori-Bergrücken der bis auf rund 2.000 m ansteigt. Unterwegs haben wir die Möglichkeit zur. Besichtigung des in einer Waldlichtung verborgenen Klosterkomplexes von Schuamta. Subalpine Landschaft bestimmt die Pflanzengesellschaften, die wir entlang unserer Route kennen lernen, Besonderheiten sind z.B. Alant (Inula helenium), Herkulesstaude bzw. Barenklau (Heracleum sosnowskyi), Schlitzblatt-Karde (Dipsacus laciniatus), Tragant (Astragalus maximus).
Beim Abschiedsabend in einem gemütlichen Restaurant können Sie Ihre Reise mit Ihren Begleitern noch mal gemeinsam Revue passieren lassen.
Übernachtung in Tbilisi
15. Tag: Vormittag zur freien Verfügung. Rückflug.

Reisezeit: Mai bis Ende September
Reisetermine: 21.06.08 - 05.07.08
Vorgesehene
Fluggesellschaft:

Georgian Airways (FRA - TBS - FRA)
Benötigte
Ausrüstung:

Festes Schuhwerk für die Wanderungen, wetterfeste Kleidung, Wanderrucksack.
Teilnehmer: 6 bis 16 Personen
Leistungen: Übernachtungen:
-Tbilisi, **Hotel (5x)
-Kasbegi, Privatunterkunft (3x)
-Gudauri, **Hotel (1x)
-Bakuriani, **Familienhotel (3x)
-Lagodekhi oder Kvareli,
Privatunterkunft (1x)
-Telawi, Familienhotel (1x)
Alle Transfers im Lande
Georgische botanische-fachliche Leitung
Deutsche botanisch-fachliche Reiseleitung
Lokaler Nationalparkguide
Eintritte
Verpflegung: 9 x VP außerhalb Tbilisi, 5 x F im Hotel in Tbilisi + 1 Abschiedsessen
Reisepreis: Auf Anfrage
Einzelzimmer-
zuschlag:
Auf Anfrage
Reisepreis-aufschlag für
***und ****Hotels:
Auf Anfrage

*Bemerkung:
Bei Flügen mit Lufthansa, Germania, Austrian Airlines, Turkish Airlines, British Airways etc. (jeweils Nachtflug) kann es ggfs. aufgrund des Flugplans zur Verlängerung bzw. Verkürzung des Programms um einen oder mehrere Tage kommen.
Bitte sprechen Sie uns in diesem Fall zur Programm- und Preisgestaltung an. Wir sind Ihnen gerne behilflich.
Kurzfristige Programmänderungen vorbehalten