Georgien ist ein Land mit alter Kultur.

Neueste archäologische Grabungen in Ostgeorgien bezeugen die Besiedlung schon vor 1,8 Millionen Jahren, lange vor der Besiedlung Mitteleuropas. Dazu gehört auch der spektakuläre Fund des ältesten europäischen Menschen in Dmanissi. Seitdem hat die wechselvolle georgische Geschichte immer wieder fruchtbare Perioden außergewöhnlicher kultureller Kreativität aufgewiesen - nicht zuletzt bezeugt durch die entwickelte Architektur eigenen Stils, die in Kirchen und Klöstern, Burgen und Wehrtürmen, aber auch der folkloristischen Bauweise auf dem Lande erhalten geblieben ist. Die Ausschmückung gerade der monumentalen Kirchenbauten belegt die technische und ästhetische Rafinesse georgischer Meister in der Fresken- und Ikonenmalerei, bei Steinmetzarbeiten, Emaillierung und Schmuckbearbeitung. Die religiöse Kultur eines der ältesten christlichen Völker der Welt wird lebendig in der - gestern wie heute verbreiteten - polyphonen Chormusik, deren ungewöhnliche Harmonien eine einzigartige Bereicherung der Weltmusik darstellen. Am Leben blieb diese Kultur, weil sie gleichzeitig in einer der ältesten Schriftsprachen der Welt, dem Georgischen, seit alters her aufgezeichnet wurde.


Georgien ist aber auch ein Land mit neuer, lebendiger Kultur.

Überall im Lande kann man, bei Konzerten, geselligen Tafeln und Familienfesten, Zeuge werden, dass der polyphone Gesang wie eh und je lebt. Doch haben auch im 20. Jahrhundert Komponisten wie Kancheli und Tsintsadze einen nennenswerten Beitrag zur Entwicklung der modernen klassischen Musik geleistet. Überzeugen Sie sich selbst bei einem Besuch in der Tbilisser Philharmonie oder der Oper von der ausgezeichneten Qualität georgischer Orchester, Kammermusik- und Ballettensembles sowie Solisten.

Auch die Schauspielkunst und das Theater sind beliebte und verbreitete Unterhaltungen, die - wie in Mitteleuropa - zurückgehen auf das klassische griechische Schauspiel. Auch wenn Sie kein Georgisch verstehen: eine Aufführung im Pantomimentheater (oder im Marionettentheater) von Tbilissi ist auch ohne Sprachkenntnisse lohnenswert! Für die Liebhaber moderner Malerei empfehlen wir den Besuch in einem der vielen zeitgenössischen Ateliers namhafter Künstler.

Einer der Mittelpunkte lebendiger georgischer Kultur ist die Supra, die gesellige Tafel, an der über Stunden gegessen, getrunken und gesungen wird. Der Reichtum der georgischen Küche ist dabei schon ein kulinarisches Erlebnis. Auch der Wein spielt im georgischen Alltagsleben eine große Rolle. Kein Wunder, denn der Weinbau in der kaukasisch-persischen Region hat die älteste Tradition weltweit, die über mehr als 7000 Jahre zurückreicht! Eine Vielfalt von Rebsorten, eine große Auswahl von Rot- und Weißweinen, alten Cognacs und Grappa erfreuen das Herz des Liebhabers und des Fachmanns.

Auch Spiel und Sport sind in der georgischen Alltagskultur allseits präsent. Fußball spielen schon die Jungs um die Ecke. Wer es aber entspannender mag - der beteiligt sich an den Nardi (Backgammon)-Runden, die überall, öffentlich und privat, ausgetragen werden.

Besuchen Sie Georgien - erleben Sie die große Kultur des kleinen Landes am Kaukasus!